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Meine Betriebsweise

In der heutigen Zeit unterliegen Bienen  durch den Mensch gemachten Einfluss auf die Umwelt einer weit höheren, latenten Belastung als dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war. Gleichzeitig glauben Imker*innen, dass sie  einem zunehmend starken kommerziellen Druck ausgesetzt sind, den sie durch Maßnahmen zur vereinfachten Handhabung und Ertragsmaximierung auszugleichen versuchen. Diese Maßnahmen schränken die Tiere in ihrer natürlichen Lebensweise ein und verringern ihre Vitalität und die Anpassungsfähigkeit an die erschwerten Umweltbedingungen.

Biologische Bewirtschaftung

Die biologische, beziehungsweise ökologische Bewirtschaftung orientiert sich maßgeblich an der Öko-Verordnung der europäischen Gemeinschaft (EG-Öko-VO) und hat sich den verbesserten Schutz der Natur, eine nachhaltige Produktionsweise, eine hohe Qualität der Erzeugnisse und den gesteigerten Schutz der Tiere zum Ziel gesetzt. In der Bienenhaltung hat die Verordnung primär eine Auswirkung auf die Qualität und Reinheit der Erzeugnisse. Dadurch wird auch ein gesteigerte Schutz der Tiere und eine nachhaltigere Bewirtschaftung erreicht, die Verordnung betrachtet diese aber eher sekundär. Trotzdem ist die biologische Bewirtschaftung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Ich habe in meiner Imkerei schon von gut 20 Jahren auf eine biologische Bewirtschaftung umgestellt. Meine Imkerei ist seit dem Jahr 2008 EU-Bio Zertifiziert. Erfahren Sie mehr darüber unter „Was ist daran Bio“.

Wesensgemäße Betriebsweise

Die wesensgemäße Bienenhaltung setzt den Schutz der Bienen und den Erhalt ihrer natürlichen Lebensweise an erste Stelle. Sie bildet die Grundlage zur Aufzucht gesunde Bienenvölker, die der Anpassung an die erschwerten Lebensbedingungen für Bienen gewachsen sind. Die wesensgemäße Betriebsweise ist ein wesentlicher Bestandteil der Demeter-Richtlinie für Bienenhaltung. Schon seit Jahren orientiert sich meine Betriebsweise an der in der Demeter-Richtlinie vorgegebenen Definition. 

Nachhaltige, ökologische und naturnahe Bienenhaltung

In meiner Imkerei lege ich großen Wert auf Regionalität meiner Produkte. Das häufige Verlegen der Biene an weiter entfernte, honigträchtige Standorte birgt enormen Anstrengungen für den Imker und die Bienen. Es steigert die Gefahr der Ausbreitung von Seuchen und hemmt die Bienen in ihrer Fähigkeit, sich den lokalen Umweltbedingungen anzupassen. 

Ende der 90er Jahre erkannte ich diese zunehmende Veränderung  stellte meine Imkerei schrittweise, zuerst auf eine Biologische und später auf eine nach der Demeter-Richtlinie wesensgemäße Betriebsweise um. Infolge dessen verzeichne ich seit Jahren weitaus geringere Völkerverluste, z. Bspl. durch die Varroamilbe, als meine Kollegen aus der konventionellen Imkerei und der Bio-Imkerei von sich angeben. 2020 ging ich dann noch einen Schritt weiter und sorgte dafür, dass die Bienenvölker nahezu ausschließlich auf ihrem eigenen Honig über den Winter kamen. Auf den Hochwaben war dies ohne Aufwand sehr gut zu erreichen. Hinzu kam auch noch, dass ich jetzt ohne Behandlungsmittel durch das Bannwabenverfahren die Milbenzahl reduziert habe. Durch genaue Beobachtung und Kontrolle fand ich Völker, die einem wesentlich geringerem Varroadruck ausgesetzt waren. 

 Zu guter Letzt erinnerte ich mich auch wieder an die alten Betriebsweisen und an Ferdinand Gerstungs Hinweise, dass die Bienenwohnungen gegen Wärmeverlust und Temperatureinfluss gut isoliert sein müssen. Die Arbeiten von Sigrun Mittl (Bienendialoge), Roland Sachs (Bienenbau und Bienenbeute) u.v.a.m.  gaben mir Anlass, die Isolierung der Hochwaben-Magazinbeute voranzutreiben. So entstand daraus die
Hochwaben-Warmbeute.  

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Hochwaben-Magazinbeute - früher
Hochwaben-Warmbeute - heute